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Donnerstag, 17.08.2017
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Lübeck – Die junge Stadt wächst schnell

Adler von Lübeck, Modellrekonstruktion der Hansekogge von Karl Reinhardt (Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Lübeck)

Adler von Lübeck, Modellrekonstruktion der Hansekogge von Karl Reinhardt (Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Lübeck)

Das Reichsfreiheitsprivileg des Jahres 1226 markierte den Anfang des politischen Aufstieg Lübecks. Die agile Kaufmannsstadt und die mit ihr verbündeten Städte machten die Ostsee für Jahrhunderte zu einem von den Niederdeutschen dominierten Meer. Lübeck entwickelte sich zum Handelszentrum der Ostsee, zum "Haupt der Hanse". Diese Macht endete erst, als sich durch den direkten Seeweg nach Ostasien und die Entdeckung Amerikas der wirtschaftliche Schwerpunkt des nördlichen Europas an den Atlantik verlagerte und Hamburg und Bremen Lübeck den Rang abliefen.

Seit der Erhebung Lübecks zur freien Reichsstadt waren Rat und Bürgerschaft nur dem König/Kaiser untertan, mussten keinem Grafen, keinem Herzog und keinem Bischof (als Stadtherr) gehorchen. Diese Eigenstaatlichkeit Lübecks endete erst 711 Jahr später mit dem Groß-Hamburg-Gesetz aus dem Jahre 1937. Viele Lübecker behaupten noch heute, dies sei aus Rache geschehen, weil die Lübecker Adolf Hitler 1932 einen Wahlkampfauftritt in ihrer Stadt verwehrt hätten. Allerdings stimmt dies nicht. Die Behauptung ist nicht richtig.

 Türzieher am Lübecker Rathaus. In der Mitte der deutsche König umgeben von den sieben Kurfürsten, um 1350 (Original: Museum für Kunst- und Kulturgeschichte)

Türzieher am Lübecker Rathaus. In der Mitte der deutsche König umgeben von den sieben Kurfürsten, um 1350 (Original: Museum für Kunst- und Kulturgeschichte)

Die Reichsfreiheit von 1226 gab Lübeck die Möglichkeit einer selbständigen Handelspolitik. Das in der Stadt entwickelte Recht erlangte in rund 120 Ostsee-Städten als lübisches Recht Geltung.

Doch nicht nur das lübische Recht wurde ein 'Exportschlager’. Der Lübecker Rat und die Lübecker Bürger hatten in einer Art Wettbewerb mit den Dom und als Ausdruck der eigenen Macht die St. Marienkirche erbauen lassen, 1351 bereits fertiggestellt war. Sie wurde in dem hochmodernen, von Frankreich übernommenen gotischen Baustil errichtet - hier in Lübeck erstmals gewagt mit Backsteinen, da es in Norddeutschland keinen Haustein gab. Diese Marienkirche, finanziert von Bürgern, hauptsächlich von Kaufmannsfamilien der Stadt, war Musterkirche für viele spätere Kirchenbauten vor allem an der südlichen Ostseeküste.

St. Marien (Presseamt Lübeck)

St. Marien (Presseamt Lübeck)

Vielfach kopiert wurden die Bürger- und Kaufmannshäuser Lübecks mit ihren Stufengiebeln, die dicht aneinandergereiht die Straßen und Gruben der Stadt säumten und ein Stadtbild von großer Geschlossenheit darboten - ein steinernes Abbild der wirtschaftlichen Macht.

Städtebund 'Die Hanse' der Neuzeit

Städtebund "Die Hanse" der Neuzeit

Die Hanse (althochdeutsch Hansa: Schar, Bund) entstand in einem langen Prozess aus der gemeinsamen Handelspolitik niederdeutscher Kaufleute. 1282 nannten die in England tätigen deutschen Kaufleute ihren Zusammenschluss erstmals Hanse. Aus dem Kaufmannsbund gestaltete sich seit Mitte des 14. Jahrhunderts eine Organisation niederdeutscher Städte. Ziel waren die Sicherung des Handels, zumal eine starke Reichsgewalt fehlte, sowie Erhaltung und Erweiterung städtischer Freiheit, Wahrung des oligarchischen Regiments in den Städten (d. h. die Herrschaft weniger Reicher) und Hilfeleistungen im Kriegsfall durch Mannschaft und Schiffe.