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Brahms- Institut

Brahms- Institut

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck wurde 1990 mit der Erwerbung der weltweit größten privaten Brahms-Sammlung (Sammlung Hofmann) gegründet. Als sogenanntes "An-Institut" ist das Brahms-Institut der Musikhochschule Lübeck angegliedert.

Dank der großzügigen Unterstützung zahlreicher Stiftungen konnte die Sammlung in den letzten Jahren um einige hochkarätige Schätze gezielt erweitert werden. Im Sommer 2002 zog das Brahms-Institut in ein neues, repräsentatives Domizil, die Villa Eschenburg auf dem Jerusalemsberg in Lübeck. Nach dem Umzug in das klassizistische Landhaus hat sich das Institut weiter einem interessierten Publikum geöffnet - mit Konzerten, Vorträgen, Themenabenden und einer Ausstellung.

Sammeln verpflichtet - diesem Motto entsprechend hat das Institut vielfältige Aufgaben: Die Bestände werden durch gezieltes Sammeln erweitert, bewahrt und wissenschaftlich erschlossen. Zu der Erschließung der Sammlung gehört auch die Bereitstellung in digitaler Form. Darüber hinaus sind am Institut Forschungsprojekte angesiedelt

Durch die enge Verbindung von Brahms-Institut und Musikhochschule unter einem Dach hat sich auch der fruchtbare Austausch von Musikforschung und künstlerischer Praxis weiter intensiviert. Das Brahms-Festival der Musikhochschule Lübeck, das jedes Jahr zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender der Musikhochschule gehört, ist dafür ein vielbeachtetes Beispiel.

Im Brahms- Institut werden viele Projekte geplant, durchgeführt, aber auch laufende Veranstaltungen ins Visier genommen unter anderem:

"Brahms- Briefe- Verzeichnis (BBV)"

Das geplante Brahms- Briefe- Verzeichnis (BBV) soll als CD-ROM-Verzeichnis sämtlicher Briefe von und an Johannes Brahms ein Standardwerk für die Forschung zu Leben und Werk des Komponisten werden.

Brahms- Institut

"Digitaler Notenschrank"

Gefördert durch den Schleswig-Holstein-Fonds wurden bis Ende 2006 alle in der Institutsammlung vorhandenen Erstdrucke Brahmsscher Werke digital erfasst. Diese sind seit Ende 2007 im Internet .

"Brahms-Handbuch"

Anlässlich des 175. Geburtstags von Johannes Brahms erscheint Brahms-Handbuch, das den aktuellen Stand der Brahms-Forschung dokumentiert und grundlegende Artikel zu allen Werken, zur Biographie und zum musikhistorischen Umfeld des großen Komponisten enthält. Herausgeber ist das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck.

Ein weiteres Highlight des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck ist die Reihe der Patrimonia- Hefte, die von der Kulturstiftung der Länder herausgegeben wird. Sie besteht seit 1992 und wird stetig erweitert

Die Villa Eschenburg - Repräsentatives Domizil für Brahms

Die Villa Eschenburg liegt nur wenige Gehminuten vor dem Burgtor Lübecks, Nähe der Travemünder Allee. Das von dem bedeutenden Architekten Christian Frederik Hansen um 1800 erbaute Landhaus ist der einstige Stammsitz der Musikhochschule Lübeck. Das ehemalige Sommerhaus eines Lübecker Kaufmanns gehört zu den herausragenden Beispielen des norddeutsch-dänischen Klassizismus.
Es wurde nach einem Brand im September 1998 denkmalgerecht saniert und im Sommer 2002 wiedereröffnet. Mit seiner historischen Ausstattung spiegelt es die herrschaftliche Wohn- und Lebensform des frühen 19. Jahrhunderts wider. 1886 wurde die Villa von Senator Johann Hermann Eschenburg erworben, der für das Haus und den herrlichen Garten bis heute namensgebend ist.

Der glänzend restaurierte Festsaal bietet den stilvollen Rahmen für Konzerte, Themenabende, Vorträge und Präsentationen. Im ebenfalls historischen Gartensaal der Villa ist ein feiner Ausstellungsraum entstanden, der Leben und Werk von Johannes Brahms anschaulich werden lässt: Unter dem Titel "Johannes Brahms - Zeichen, Bilder, Phantasien" zeigt die Schau Plastiken von Brahms und seinem Verleger Simrock, Musikhandschriften, Fotos, Briefe, Konzertprogramme und andere Kostbarkeiten (Adressbuch, Brieftasche, Federhalter etc.).

Durch die enge Verbindung von Brahms-Institut und Musikhochschule unter einem Dach hat sich der fruchtbare Austausch von Musikforschung und Musikausübung weiter intensiviert. Das kreative Wechselspiel von Forschung und Praxis ist das besondere Merkmal dieses Hauses.

Die Gründung des Brahms-Instituts konzentrierte die Kräfte der deutschen Brahms-Forschung im hohen Norden. Mit der Wissenschaftlichen Arbeitsstelle der Neuen Brahms- Gesamtausgabe in Kiel und dem Brahms-Institut in Lübeck sind zwei führende Forschungsinstitute im Land Schleswig-Holstein tätig. Ein Kooperationsvertrag regelt die enge Zusammenarbeit der beiden Institutionen.

Das Brahms-Institut zieht renommierte Musikwissenschaftler und zahlreiche Studierende nach Lübeck, die mit dem einzigartigen Quellenmaterial des Instituts arbeiten. Viele Anfragen kommen zudem von Ausstellungsmachern, Verlagen und aus der Schallplattenindustrie. Aber auch die musikalische Praxis profitiert von den Beständen. Das zeitgleich mit dem Brahms-Institut gegründete Brahms-Festival der Musikhochschule ist alljährlich ein glanzvoller Beweis für die enge Kooperation von Musikforschung und Musikausübung.

Sammlung

Grundlage der Arbeit des Brahms-Instituts ist die Quellensammlung, deren Profil weit über den Namenspatron hinaus reicht. Die Schwerpunkte konzentrieren sich - neben Johannes Brahms - auf Robert und Clara Schumann, Theodor Kirchner und Joseph Joachim sowie auf die heute weniger bekannten, ebenfalls mit Brahms befreundeten Interpreten und Komponisten Theodor Avé-Lallemant, Richard Barth, Carl Georg Peter Grädener, Hermann Grädener, Richard Heuberger und Julius Spengel.

Die Bestände umfassen in erster Linie Quellen musikalischer Werke: kostbare Handschriften, Stichvorlagen, Erst- und Frühdrucke. Hinzu kommen umfangreiche Briefschaften der genannten Künstler sowie Briefe von Freunden und Zeitgenossen. Der ikonographischer Bestand an Fotos, Bildern und Zeichnungen, mit einem großen Teil der persönlichen Fotosammlung von Brahms, ist ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung.

Seit Gründung des Brahms-Instituts konnten seine Bestände durch bedeutende Ankäufe und Schenkungen vermehrt werden. Glanzpunkte der Neuerwerbungen sind u.a. das Manuskript des 2. Klavierquartetts op. 26 (aus dem Nachlass des Pianisten Rudolf Serkin).
Im Jahr 2000 gelang es, bedeutende Musikhandschriften und Briefe aus dem Familienarchiv Avé-Lallemant zu erwerben, darunter das einzig erhaltene Autograph der Brahms-Motette. Die Tatsache, dass dem Brahms-Institut immer wieder bedeutende Quellen angeboten werden, spricht für das erworbene internationale Renommee des Instituts.

Brahms- Institut

Digitale Bestände

Wie zahlreiche andere Institutionen hat auch das Brahms-Institut begonnen, seine kostbaren Bestände zu digitalisieren und über das Internet zu präsentieren. Ziel ist es, in naher Zukunft die gesamten Archivbestände in digitaler Form (in für editorische und publizistische Zwecke ausreichender Qualität) zur Verfügung zu stellen.

Die Arbeiten werden in einzelnen Abschnitten ausgeführt. Zur Verfügung steht bereits der ikonographische Bestand sowie der "Digitale Notenschrank" mit den Erstausgaben bzw. Erstdrucken von Johannes Brahms. Derzeit verfügt das Brahms- Institut über 12.000 Digitalisaten.

Bibliothek

Der zweite wichtige Bereich des Brahms- Instituts, neben der umfangreichen Quellensammlung, ist die Bibliothek. Sie steht offen für Wissenschaftler, Studierende und interessierte Laien, die sich mit Leben und Werk von Johannes Brahms sowie seinem kulturhistorischen Umfeld auseinandersetzen möchten. Rund 2500 Bücher und Auktionskataloge, 20 Zeitschriften, 2500 Musikalienerst- und Frühdrucke, 1500 Schallplatten und 200 CDs vermitteln in Wort, Noten und Ton ein umfassendes Bild vom Menschen Brahms, von den Werken des in Hamburg geborenen Wahlwieners sowie seinen komponierenden Freunden und Zeitgenossen.

Ziel der sich noch im Aufbau befindlichen Forschungsbibliothek ist, die historische wie aktuell erscheinende Literatur zu Brahms, seinen Kompositionen und den übrigen Schwerpunkten der Sammlung, in größtmöglicher Vollständigkeit anzuschaffen. Da es sich um eine Präsenzbibliothek handelt, werden keine Medien ausgeliehen. Nach Rücksprache mit dem Bibliothekar können jedoch Kopien in Auftrag gegeben werden.

Ausstellungen
"Johannes Brahms - Ikone der bürgerlichen Lebenswelt?

Zum 175. Geburtstag von Johannes Brahms am 7. Mai 2008 eröffnet das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck die neue Sonderausstellung "Johannes Brahms - Ikone der bürgerlichen Lebenswelt?" Die Schau zeigt kostbare Exponate aus der Lübecker Sammlung, darunter Musikhandschriften, Briefe, Notendrucke und Fotografien.
Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion von Brahms' Wiener Musikzimmer als Beispiel für ein bürgerliches Interieur im ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Bildprogramm mit Bismarck im preisenden Lorbeerkranz ist ebenso aufschlussreich wie die Portraits der verehrten Musiker.

Die Ausstellung gibt weiterhin Einblicke in die bürgerliche Musikkultur, ohne die das kompositorische Werk von Brahms kaum vorstellbar wäre. Als Komponist von Sinfonien und großformatigen Chorwerken sowie intimen Liedern und Kammermusikwerken kam er einem Publikum entgegen, das die repräsentative Geste der öffentlichen Musikfeste und Konzerte sowie den Rückzug ins Private des Salons gleichermaßen schätzte.

Zahlreiche Fotografien, Zeichnungen und Porträtbüsten hielten das unverwechselbare Konterfei der inzwischen prominenten Wiener Musikerpersönlichkeit fest - meist mit Rauschebart, Zigarre und Querbinder. Im Zeitalter des Geniekults wurden zudem alltägliche Gebrauchsgegenstände der Künstler zu symbolträchtigen Erinnerungsstücken stilisiert, eine Überhöhung, die bisher nur Heiligen in Form der Reliquienverehrung zu Teil geworden war. Dazu gehören auch die am Todestag genommene Haarlocke von Johannes Brahms, seine Rauchutensilien oder die persönliche Brieftasche.

Die Ausstellung behandelt die genannten Themen in verschiedenen Abteilungen und macht sie an vier Hörsäulen mit Musik und Texten nachvollziehbar.

Anschrift

Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck
Jerusalemsberg 4
D-23568 Lübeck

Tel.: +49 (0) 451 / 1505-414
Fax: +49 (0) 451 / 1505-420
E-Mail: Brahms-Institut@mh-luebeck.de

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